Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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hinunter und bleibe da bis zur Eſſenszeit; nach Tiſch gehe ich wieder hinunter und ſpiele mit Adolphine⸗ ausgenommen wenn Madame in Geſellſchaft geht oder Geſellſchaft bei ſich hat.

Die erſten Tage nach dieſer neuen Einrichtung ſcheinen mir entſetzlich lange und öde. Die ſitzende Arbeit iſt mir ganz was Neues. Aber der Wunſch⸗ mich dankhar zu beweiſen für die viele Güte, die ich hier genieße, läßt mich den Widerwillen gegen das Lernen bald überwinden. Ich will ihr durch Eifer und Fleiß zeigen, daß ich ihrer Wohlthaten nicht unwürdig bin. In Kurzem habe ich das Lernen ordentlich lieb gewonnen: ich finde darin eine neue Quelle von Vergnügen; es geht mir ein neues Licht auf. Ich fühle, wie mein Verſtand ſich erweitert, meine Urtheskraft ſich ſärkt, wie eine Menge von Gedanken ſich mir im Kopfe anhäuft. Ich fange an, die ſüßen Früchte der Arbeit zu ſchmecken. Je mehr ich arbeite, um ſo mehr fühle ich den Werth der Erziehung.

Die gute Gräfin ſieht meine Fortſchritte mit inni⸗ gem Vergnügen. Das verdoppelt meinen Eifer. Auch Herr Dermilly läßt es nicht an Ermunterungen ſehlen: er ſagt, ich könne Alles, was ich recht wolle. Wenn ich mit der kleinen Adolphine plaud ere, hört ſie nicht mehr die groben Fehler in meiner Sprache wie früher, obgleich ſie mich nie deßwegen auslachte. Das liebe Kind iſt eben ſo gut als ihre Mutter. Bei jeder Erzählung von einem neuen Unglücksfall treten ihr die hellen Thränen in's Auge und ſie ruht