Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ich hinaus? O, Mamſell Lucilie, öffnen Sie mir die Hausthüre, ich bitle ſchön.

Mein Gott, wenn das Kindervolk ſich was in den Kopf ſetzt. ſchlafe ſo ſanft und da ſtört er mich aus dem Morgentraum. Aber warte, ich kann Dir nicht im Hemde öffnen..

Danke Ihnen, Manſell, ich will warten.

Lucilie iſt flink: nach zwei Minuten öffnet ſie die Thüre, im Unterröcchen, Nachtleibchen und einem zierlichen Tuche von Seide um den Kopf. Ich bin erſt zwölfthalb Jahre alt, dennoch muß ich erröthen, ich weiß nicht warum, als ich ſie in dieſem ein⸗ fachen Neglige ſehe, das ihr allerliebſt ſteht. Mam⸗ ſell Lucilie zählt erſt achtzehn Jahre, iſt ſchlank ge⸗ wachſen, hat ziemlich volle Formen, ein ſchneeweißes Bein, wundernievlichen Fuß, lebhafte, ſchelmiſche Augen, ein Stumpfnäschen und friſchen Mund. Sie iſt keine Schönheit, aber ein niedlich Geſichtchen, das Einem allerlei Gevanken machen kann. Dabei hat ſie ganz die Tournure einer Griſette, daß ſie vieler vornehmen Damen Neid erregen und manchem ehr⸗ lichen Manne den Kopf verrücken dürfte.

Ich ſtehe wie begoſſen vor iht, die Augen nieder⸗ geſchlagen. Sie lacht laut über mein linkiſch ver⸗ legen Weſen; faſt glaube ich, ſie hat die Urſache da⸗ von errathen. Dann geht ſie flink an mir borüber und hüpft die Stufen hinab. n onn dinro nnnd

Komm' doch, Schelmchen, ruft ſie mir zu. Woran denkt er, hes⸗ 2 ch pachte nichts, aber mir war recht wohl, weiß