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So muß ich denn in meine Kammer zurück. Das große Haus widert mich an, denn es kommt mir wie ein Gefängniß vor. Wer weiß, ob die Leute
nicht zwei oder drei Stunden ſo fort ſchlafen, wäh⸗
rend ich mit der Schweſter ſo fröhlich ſein könnte? Oben im zweiten Stock bleibe ich vor einer Thüre ſtehen, der meinigen gegenüber. Mir fällt ein, Ma⸗ dame hat geſagt, hier wohne Mamſell Lucilic.
Das junge Kammermädchen iſt ſo freundlich ge⸗ gen mich, ſie wird es gewiß nicht übel deuten, wenn ich ſie bitte, mich hinauszulaſſen. Sie hat ja mehr als einmal geſagt: ſie ſei nach Madame die Her⸗ rin im Hauſe. Einer ſo hübſchen Frau gegenüber iſt man viel muthiger: ſie haben ſo was Liebenswürdi⸗ ges, Angenehmes, Bezauberndes. Es kommt mir vor, als fühle ich ihren Einfluß, denn ohne Anſtand klopfe ich an Mamſell Luciliens Thüre.
Die jungen Mädchen haben einen leichten Schlaf. Gleich darauf höre ich Tritte vor der Thüre im Zimmer.
„Wer klopft?“ fragt es drinnen.
„Ich bin's, Mamſell: Andreas.“
„Wie? ſchon auf, Andreas? Rärrchen, was fällt Dir ein. Wir ſtehen erſt um acht Uhr auf und die Herrſchaft um neun. Was willſt Du ſo früh?“
„Ich möchte zum Vater Bernhard. Er und Na⸗ neite ſind längſt auf.“ i
„So geh', wer hindert Dich?“
„Die Thüre iſt zu und der Portier ſchläft Ich habe zweimal an's Fenſter geklopft. Wie komme


