Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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Erſtes Kapitel. Schelmſtücke des Berrn Roſſignol.

Als ich erwache, liegt Alles noch in tiefer Ruhe im Hotel und doch ſcheint die Sonne freundlich am Himmel. Ich ſtehe auf, ſehe zum Fenſter hinaus, aber Niemand zeigt ſich, das Haus iſt wie ausgeſtor⸗ ben. Ich habe große Luſt, zu Vater Bernhard zu gehen, den ich ſeit vorgeſtern nicht geſehen; ich weiß gewiß, Nanette iſt böſe auf mich. Madame hat ja

geſagt, ich dürfe meine Freunde beſuchen, wann ich

wolle, ſo will ich denn hin zum Waſſerträger; ich halt's nicht länger aus im Zimmer.

Ich gehe hinaus, ſteige die erſte, zweite Treppe hinunter und bin jetzt auf dem Hofe. Auch hier Niemand, kein Bedienter, keine Seele! Wie ſie lange ſchlafen in dieſem Hauſe! O weh, die Hofthüre iſt verſchloſſen und der Portier träumt noch in ſeinen Federn. Was fange ich an? Ich möchte ſo gern hinaus! Ich ſpaziere auf dem weiten Hofe hin und her in die Länge und Breite, blicke ſehnſüchtig zu ven Fenſtern auf, aber keines öffnet ſich. Ich huſte, als ich an der Wohnung des Portiers vorübergehe, faße dann Muth und klopfe ein⸗, zweſmal leiſe an die Scheiben. Niemand hört mich.

Paul de Kock. LXRRvV. 1