Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

125

weißt, wie ich wünſchte, einen Erben meiges Wmens zu haben.

Iſt Ihnen der Wunſch vergangen, Herr Graf?

O gewiß nicht, ich habe ihn noch und werde ihn immer haben. In den erſten Jahren unſerer Ehe, weißt Du, war die Frau Gräfin ewig auf Reiſen und wir trafen uns nur ſelten.

Ich erinnere mich deſſen recht gut, Herr Graf, ſowie auch unſerer Reiſe nach Savoyen, auf der wir beinahe den Hals gebrochen hätten, und Ihr Fräu⸗ lein Tochter daneben. Morbleu! die Haare ſtanden mir zu Berge!

Und als wir zurückkamen, poſaunteſt Du die ganze Geſchichte aus, daß die Frau Gräfin Wind davon bekam, die ohnehin mir zürnte, daß ich ihre Tochter ihr entführt. Von da an ward ſie noch böſer auf mich.

Aber ſeitdem reist Madame viel weniger.

Mag ſein, auch wohnen wir oft in demſelben Hotel. Aber glaubſt Du, ich könne ſie je unter vier Augen ſehen? Nicht möglich! Rede ich ihr von einem Erben meines Namens vor oder bitte ich ſie um ein kurzes Geſpräch, weißt Du, was ſie mir antwortet.

Nun, Herr?

Sie antwortet, das ſei nicht möglich!

Wirklich, Herr Graf?

Wirklich, Champagne, ſo antwortet ſie mir, wenn auch auf die anmuthigſte, freundlichſte Art. O ſie hat einen eiſenfeſten Charakter, der ungeheuer pikant iſt für einen Mann. Wie ſelten ſie die Honneurs bei meinen Diners!