Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

118

Achtes Kapitel.

Der zweite Gang. Das Kammermädchen.

Meine Beſchützerin ſteigt eine große Treppe hin⸗ auf und winkt mir zu folgen, was ich thue, mit dem Hut in der Hand. Wir treten im erſten Stock in ein herrliches Zimmer ein und gehen durch mehrere andere, die eben ſo köſtlich möblirt und eingerichtet ſind. Ich wage kaum aufzutreten, aus Furcht, die ſchönen Teppiche zu beſchmutzen, die auf dem Fuß⸗ boden liegen, während die kleine Adolphine leicht darüber hinhüpft. Es war gewiß recht hübſch bei Herrn Dermilly, aber hier iſt's noch viel, viel hüb⸗ ſcher: überall Spiegel, Pendeluhren, Candelaber, Blumenvaſen, Kronleuchter, Luſtres am Getäfel, ala⸗ baſterne Kugeln am Plafond und viele andere Herr⸗ lichkeiten. Mein Gott, wenn Ranette das Alles ſähe! Ich wette, ſie glaubte, man wolle aus mir auch einen Grafen machen! 1 In einem allerliebſten Cabinetchen nimmt eine junge Frau der Frau Gräfin Shawl und Hut ab. Wie artig man iſt in dieſen vornehmen Häuſern; bei ijedem Worte bückt man ſich.

Lucilie, ſagt Adolphinens Mutter zu der jun⸗ gen Frau, die vor ihr ſteht und auf ihre Befehle zu warten ſcheint,geh' und ſage dem Herrn Grafen, ich wünſche ihn auf einen Augenblick zu ſprechen.

Manmſell Lucilie, das Kammermädchen der Frau Gräfin, geht fort; die kleine Adolphine ſpielt ſchon