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Wohlthäter. Er ſoll ſie Deiner Mutter ſchicken und ihr ſagen, daß ich für Deine und ihre Zukunft ſorgen will. In zwei Tagen komme ich wieder und hole Dich ab.“
Die junge Dame umarmt mich, drückt mir die Börſe in die Hand und entfernt ſich mit ihrer Toch⸗ ter, gefolgt von Herrn Dermilly. Ich bin wie ver⸗ ſteinert. So viel Gold, einen ganzen Beutel voll, und das für meine Mutter! Wache oder träume ich? Ich ziehe die Glocke, klappere mit dem Golde, zähle es auf den Tiſch hint zwanzig Goldſtücke, ſage zwan⸗ zig, ein ganzes Vermögen! Von heut' an ſoll die gute Mutter nicht mehr den ganzen Tag ſich abpla⸗ gen von Morgens früh bis Abends ſpät. Von heut' an ſoll Jakob ſo viel eſſen und ſo lange ſchlafen, als er mag, und Peter, ach, der arme Peter! daß er auch an unſerm Glücke Theil haben könnte! Wie wollten wir uns freuen!
Ich will gleich fort, Vater Bernhard das Geld zu bringen, aber man ſagt, ich dürfe heute noch nicht aus. So muß ich bis morgen warten. Dann ſoll Nanette erfahren, daß ſchöne Kleider nicht im⸗ mer Unglück und Kummer bringen, wie ſie meint.
Den andern MWorgen in aller Frühe bin ich ſchon auf, um zum Waſſerträger zu gehen. Aber Thereſe will mich nicht allein fort laſſen und weckt zu meinem Aerger Herrn Dermilly, der gleich därauf in's Zimmer tritt. Er ſagt, er wolle mit mir zum Vater Bern⸗ hard. So ſehr ich mich darüber freue, fürchte ich
Paul de Kock. LXXRIv. 8


