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„Und das wäre die kleine Schlafmütze, die ich! einſt ſo fröhlich auf dem Arme trug?“ denk' ich bei mir. Ich ſehe ſie genau an und wirklich kenne ich ihre Züge wieder, doch wie hat ſie ſich verändert in dieſen vier Jahren! Sie iſt groß und hat ſchon recht viel Anſtand im Benehmen; ihre Augen ſind noch gleich ſchön, gleich ſanft, aber ſie fieht nicht mehr ſo keck, ſo kindlich dreiſt um ſich wie damals; ſie blickt ſchüchtern nieder und erröthet, wenn man ſie anſieht; ihre Haare ſind dunkler geworden, ihre Züge mar⸗ kirter, ihre Manieren ruhiger und geſetzter. Die Vernunft dämmert ſchon und drängt ſich ein in die Empfindungswelt des Kindes.
Ich bleibe unbeweglich ſtehen vor dem kleinen Mädchen, das mir zulächelt, weil die Mutter ein Gleiches thut. ²
„Gib ihr doch einen Kuß, Andreas,“ ſagt die junge Dame.„Kennſt Du ſie nicht mehr? Sie if noch gleich gut und gleich ſanft, und wird Dich recht lieb haben, denn meine Adolphine hat ein dankbarts Herz.
Ich trete auf ſie zu und bleibe dann etwas lin⸗ kiſch ſtehen. Mir ſcheint, ich habe nicht den Muth⸗ ihr einen Kuß zu geben. Gegen Nanette war ich viel ungenirter, die wollt' ich zwanzig Mal des Ta⸗ ges küſſen, ohne verlegen zu werden.
Endlich hält mir die kleine Adolphine die Wange hin und ich berühre ſie leicht mit meinen Lippen
Schnell ziehe ich mich in die Ecke zurück, als
ich was Unrechtes gethan.


