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Die Dame iſt jung, ſchön und ſehr elegant ge⸗ kleidet. An der Hand führt ſie ein etwa achtjähriges Mädchen, die ich nicht gleich bemerkte, weil die äl⸗ tere Dame meine ganze Aufmerkſamkeit feſſelt. Es war mir, als habe ich ſie ſchon wo geſehen. In⸗ zwiſchen ſagt ſie zu Herrn Dermilly:„Er iſt aller⸗ liebſt. Welch' ein Glück, daß wir ihn gefunden ha⸗ bem; mehr noch, daß er ſich nicht an den Herrn Grafen gewandt hat, der mir den Umſtand früher verſchwiegen hatte.“
Während ich nachſann, wo ich der Dame begeg⸗ net ſein kann, fällt mir das Porträt ein, das ich auf der Bruſt trage. Ich ziehe es heraus und ver⸗ gleiche es mit der Dame, die vor mir ſteht. Kein Zweifel, ſie iſts. ich habe ſie gefunden— das Hriginal, die Eigenthümerin des Bildes. Schnell binde ich es los und überreiche es der Dame mit den Worten:„Hier iſt Ihr Porträt, Madame. Ja, ich erkenne Sie wieder. Gottlob, daß ich Sie endlich gefunden habe.“
„Du haſt recht, mein Freund,“ antwortet ſie und umarmt mich zärtlich.„Es iſt mein Bild oder vielmehr das Bild meiner Tochter, meiner Adol⸗ phine, die Deinem edlen Vater die Rettung ihres Lebens verdankt und eine Nacht in Eurer Hütte zubrachte. Ich will das Unrecht des Herrn Grafen wieder gut machen. O, wie freu' ich mich, für den Sohn des edlen Mannes Etwas thun zu können, dem ich die Rettung meiner Adolphine zu danken habe.“ Dabei drückt ſie ihre Tochter an's Mutterherz.


