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Dabei aber ruft ſie mehrmals laut:„Fifi.“
Gleich erſcheint der junge Offizier, der immer auf der Lauer ſteht, am Fenſter, und ſieht einen Schlüſſel auf den Hof fallen. Er wie der Blitz hinunter und hebt ihn auf; Aglae ſchließt ihr Fenſter wieder und verſichert die Tante, über Nacht werde das Wetter ſich ändern. Dieſe aber hört die Nichte nicht, denn ſie ſucht ihren Schlüſſel zu Aglae's Kammer.
„Was ſuchen Sie, liebe Tante?“ fragt die kleine Schelmin ſo arglos wie möglich.
„Nichts, Mamſellchen!“ antwortet Madame Dur⸗ fort. Aber ſie denkt bei ſich:„Die Kleine darf nicht wiſſen, daß ich den Schlüſſel verlor, ſonſt behält ſie ihn, wenn ſie ihn findet. Doch ich hab' ja einen zweiten: ſo wird ſie's nicht merken.“
Abends Schlag zehn Uhr ſperrt Madame Dur⸗ fort wie gewöhnlich ihre Richte ein und dreht den Schlüſſel zweimal um. O, das Getöſe dringt der Kleinen durch Mark und Bein. Sie fürchtet, mor⸗ gens den verkehrten Schlüſſel aus dem Beutel der Tante genommen zu haben, denn ſie weiß nicht, daß die Tante zwei hat.
„Was wird der arme Fifi ſagen?“ denkt ſie.„Viel⸗ leicht glaubt er, ich wolle ihn zum Beſten haben, ich liebe ihn nicht. O, wie ſchmerzt der Gedanke!“ Sie ſetzt ſich nieder, ſtützt das Köpfchen auf die Hand und fängt bitter an zu weinen. Es iſt doch grauſam, in ſüßen Erwartungen ſo getäuſcht zu werden. Gar zu gerne hätte ſie mit Fifi— geſchwatzt.
Aber horch! ſteigt nicht Jemand die Treppe herauf?


