Richtig. Er bleibt vor der Thüre ſtehen und ſieckt einen Schlüſſel in's Loch. O Seligkeit! der Schlüſſel wird gedreht und die Thüre öffnet ſich. Aglae ſchreit laut auf vor Wonne, denn ſie erblickt— den zierlichen Schnurrbart Fifi's.
Liebende und verliebte Seelen können ſich leicht denken, was die beiden Liebenden, die ſich allein ſahen⸗ ſich mitzutheilen hatten; kalte Seelen werden es nie begreifen. Uebrigens hat die Liebe Gemeinplätze, die nur für die betreffenden Perſonen Intereſſe haben.
Ich denke mir, der junge Offizier wollte bloß etwas näher mit ſeiner hübſchen Nachbarin ſchwatzen
und daß Aglae nichts Böſes darin fand, den Jüng⸗
ling auch außerhalb ſeiner Rolle als Zeiſig zu hören. Gewiß waren Beide etwas redſelig, denn ſie unter⸗ hielten ſich an Einem fort bis gegen ſieben Uhr Mor⸗ gens; aber die Tante kam nie vor halb neun Uhr⸗ Aglae's Kerkerthüre zu öffnen. Indeß erheiſchte die Vorſicht, Fifi um ſieben Uhr fliegen zu laſſen. Dieſes ſüße Nachtgeſchwätz dauerte ſchon vierzehn Tage lang und Alles ſchien dem Glück der beiden Liebenden günſtig zu ſein. Die Tante hatte nicht den geringſten Argwohn; vielmehr war ſie mit der Nichte zufriedener als je, denn die Kleine gab ſich bei Tage weniger mit Fifi ab, weil ſie's bei Nacht einholen konnte. Wer ahnete damals, daß die Ankunft der beiden kleinen Savoharden die Seligkeit des lieben⸗ den Paares zu nichte machen ſollte. Aber Alles hängt auf's Engſte zuſammen; der kleinſte Umſtand hat oft die gewichtigſten Folgen. Es iſt das alte Lied; ein


