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Gegenüber zu betrachten. Ihre Tante ruft: ſie muß ihr Fenſter verlaſſen. Wie ſchade! doch ſie wird ſich morgen wieder davorſtellen.. die armeKleine, welches Vergnügen es ihr macht, den Nachbar zu betrachten! Ach! Madame Durfort, Sie hätten Ihre Nichte vor den Schnurrbärten hüten ſollen.
Abends beim Hereinnehmen des Käfigs ſieht man den Nachbar nicht; dieß iſt die Zeit, wo er ſich beim Mittageſſen befindet. Aber am folgenden Morgen verſäumt man nicht, Fifi aufzuhängen; man hat ſich zwar ſchon zum Voraus überzeugt, daß der Nachbar an ſeinem Fenſter iſt, allein man wagt es nicht, ihn änzublicken; man ſpricht übrigens länger mit ſeinem Zeiſig und hört dem Nachbar zu, welcher ſich auch mit ihm unterhält. Aglae erröthet und wird verlegen: dieß verſchönert ſie in noch höherem Grade; die Ver⸗ legenheit der Unſchuld hat etwas ſo Verführeriſches! Nicht allen Schönen iſt dieſe liebenswürdige Unbe⸗ holfenheit verliehen; es gibt welche, die ſie nachzü⸗ ahmen ſuchen, aber das ſind Dinge, die man nicht einlernen kann.
Aglae ſchließt dieſes Mal ihr Fenſter langſamer, ohne jedoch nach dem Gegenüber zu blicken: ſie hofft, ſich durch das Aufheben der Vorhangecke zu entſchä⸗ digen; aber ihre Tante ruft ihr zur Arbeit. Wie ärgerlich! und wie lang wird der Tag bis zum kom⸗ menden Morgen ſein.
Der junge Mann hat wohl bemerkt, daß man ihn beobachtet hat und erräth, daß man ihn, wenn man ihn Zleich nicht durch das offene Fenſter betrachtet,


