Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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vie Feide ſeines Väterlandes geſchlagen hatte, ganze Tage damit, dem Zeiſig ſeiner Nachbarin zuzurufen: Küß' mich, Söhnchen, küß' mich, Hetzchen.

Aglae, welche ihr Fenſter nur des Morgens ein⸗ mal öffnete, um den Käfig aufzuhängen, wenn die Sonne ſchien, und Abends, um den Zeiſig hereinzu⸗ nehmen, bemerkte einige Zeit ihren Nachbar nichtz äber eines Tages, als ſie wie gewöhnlich den Käfig aufhing und nachdenklich vor Fifi ſtehen blieb, hört ſie eine äußerſt zarte Stinime mit Nachdruck wieder⸗ holen:Küß' mich doch, Söhnchen, küß' mich, Herz⸗ chen. Dann erhebt ſie die Augen und erblickt das Geſicht ihres Nachbarn, welches nichts Abſchreckendes an ſich hatte. Sie ſchläat jedoch das Fenſter plötzlich zu, weil ſie ganz beſchämt iſt; dann nähert ſie ſich demſelben aber wieder und hebt eine kleine Ecke des Vorhanges in die Höhe, um ſehen, was der Herr mit der weichen Stimme für eine Phhſiognomie hal⸗

Es iſt ein junger, ſehr hübſcher Männz er hat praune Haare, blaue Augen, ein höchſt angenehmes Lächeln und ein räbenſchwarzes Schnurrbärtchen, das ſeinem Geſicht ſehr viel Charakter verlieh. Aglae hat vieſes auf einen Blick geſehen ſie bleibt aber immer mit dem Vorhangeckchen ſtehen, ſieht alle Augenblicke 3 wieder nach dein Nachbar hinauf und ſpricht bei ſich: Ach, wie hübſch iſt ein Schnurrbart! Ach, wenn ich ein Junge wate, möchte ich auch einen haben! Jo vin überzeugt, er ſtünde mir gut. Und Fräulein Aglae würde gerne den ganzen Tag mit der Vor⸗ hangecke in der Hand ſtehen geblieben ſein, um ihr