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einer Lottoparthie rief, der einzigen Erholung, die man ihr zuweilen gönnte.
Ein junger Offizier auf halbem Sold, welcher ſeit einigen Tagen in demſelben Hauſe logirte, wo die Tante und die Nichte wohnten, ſah indeß eines Mor⸗ gens die ſchöne Aglae ihren Zeiſigkäfig aufhängen. Die arme Kleine ſprach mit ihrem Vogelz ſie ſuchte ihn zum Singen zu bewegem aber ſie ſchien dabei ſo traurig, und der meaoliſche Ton, in dem ſie ihn „Söhnchen, Herzchen“ nannte, hätte das gleichgültigſte Herz gerührt. Man kann ſich denken, daß der junge Offizier nicht unempfindlich blieb: Aglae's Züge hatten ihn intereſſirt; ſein einen Stock höher gelegenes Fenſter befand ſich gerade gegenüber von dem des jungen Mädchens, das allerdings beinahe immer geſchloſſen war. Allein der junge Mann ſah faſt den ganzen Tag zum Fenfter hinaus, in der Doffnungſeine Haus⸗ genoſfin zü erblicen. Es gibt nichts Gefährlicheres für hübſche Mädchen, als die Nachbarſchaft eines un⸗ beſchäftigten Offiziers. Ein Kriegep, der die härteſten Kämpfe mitgemacht, gibt ſich, um zu gefallen, mit den kleinlichſten Dingen ab: Herkules ſpann zu Ompha⸗ liens Füßen; Antiochus verkleidete ſich als Bacchus, um Cleopatra zu verführen; Rinaldv ſang ſeiner Ar⸗ mida; Franz I. machte der ſchönen Ferronniere Verſez und der tapfere Bayard ſelbſt beſchäftigte ſich manch⸗ mal neben Madame Randan ſchmachtend mit der Nähnadel.
So verbrachte unſer junger Offizier, nachdem er
Paul de Kock. LRXXIV. 2
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