Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Eine zweiundvierzigjährige Tugend wird übrigens bisweilen eine Laſt, deren Gewicht man ablegen möchte. Die Thorheit hat ihre Zeit, die Vernunft aber auch. Wenn man mit der Vernunft den An⸗ fang macht, ſo hört man gar häufig mit der Thor⸗ heit auf. Seit einiger Zeit war Fräulein Cäſarine Ducroquet nicht mehr dieſelbe: ſie hatte Nervenleiden, Ohnmachten, Herzklopfen; ihre Augen wurden thrä⸗ nenfeucht, wenn ſie die LiebſchaftenHuons von Bor⸗ deaux und derDame der ſchönen Couſinen las; ſie hatte in ihrem Innern mit Elodia geſeufzt und mit Eleonore von Roſalba gebebt. Vergebens verſicherte ſie ihre alte Magd, ſie leſe Nachts zu lang, das ſei allein an ihren feuchten Augen ſchuld. Fräulein Du⸗ croquet wußte eine andere Urſache ihrer Aufregung. Seit mehreren Tagen ſah ſie in ihren Karten einen ſchönen Blondkopf ihr auf allen Schritten folgen, er lag immer neben ihr; ebenſo das Schippen⸗Aß. Wer war dieſer Blondkopf? Kündigte ihr das Schickſal in den Päckchen einen Gatten an? Fräulein Cäſarine konnte dieſe Gedanken nicht aus ihrer aufgereizten Phantaſie bringen; ſie ſuchte allenthalben den hüb⸗ ſchen Blondkopf. Sie ſeufzte, wurde ungeduldig; ihre Stunde war gekommen; mit zweiundvierzig Jahren hat der Herzſchlag nicht mehr jenen Wohlklang, jene Zartheit, die Einen ſanft von Wolluſt träumen läßt; er gleicht einer hell läutenden Glocke, die Einen be⸗ täubt und außer ſich bringt.

Fräulein Cäſarine Ducroquet, welche die Verän⸗ derung, die mit ihr vorgegangen war, nicht in der