95 Liedchen zu ſingen, aber der Ruß, den er ſchluckt und einathmet, macht ſeine Stimme ſo heiſer, daß man ihn faſt nicht hört. Er zieht ſein Kratzeiſen heraus und merkt nicht, daß er in einen andern Schornſtein hineingekommen iſt und ſtatt den des Herrn Byulette einen im Nachbarhauſe fegt.
Peter fühlt ſich bald ermüdet. Er ruft mir; da er keine Antwort erhält, befürchtet er, ich eſſe ohne ihn zu Nacht und will ſchnell herunter ſteigen. Aber etwa ſechs Fuß von der Eſſe entfernt, glitſcht er mit dem Fuße aus und fällt mit einem fürchterlichen Ge⸗ ſchrei auf den Kamin hinab.
Der Kamin, in den ſich mein Bruder aus Ver⸗ ſehen verirrt hatte, war der des Schlafzimmers der Fräulein Cäſarine Ducroſuet, einer volljährigen Jung⸗ frau, die bis in iyr zweiundvierzigſtes Jahr eine Tugend aufrecht erhalken, welche ſelbſt die Huldi⸗ gungen der verführeriſchſten Männer des Departe⸗ ments der Iſeère nicht zu erſchüttern vermocht hatten; dagegen machte ſich Fräulein Dueroquet ein Ver⸗ gnügen daraus, andere Frauenzimmer, deren Sitten ihr nicht rein genug ſchienen, zu bekritleln. Aus Hochmuth ſpröde, aus Reigung bösartig, aus Inſtinkt eitel, aus Schwachheit kleinlich, von Charakter ſchwatz⸗ haft, brachte Fräulein Cäſarine ihr Leben mit Kartenſchlagen, Boſtonſpielen, Hadern, Raiſon⸗ niren und Hin⸗ und Herklatſchen zu. Zweitauſend Franken Renten baares Geld geſtatteten der alten
Jungfer den Zutritt in die bedeutendſten Häuſer des Ortes.


