91
than, weder den Kamin gefegt noch geſungen; Du willſt Alles, ohne Etwas dafür zu leiſten!“
Herr Peter gibt keine Antwort, er ſchmollt und iſt auf dem ganzen Wege übler Laune. Alle Augen⸗ blicke ſteht er ſtill und klagt über ſeine Ferſe; dieß Alles jedoch nur, weil er nicht mit ſeinem Früh⸗ ſtück zufrieden iſt.
Gegen Abend ſehen wir die Stadt Pont⸗de⸗Beau⸗ voiſin vor Augen.„Sieh',“ ſage ich zu Peter,„wir haben ſchon viel Weg gemacht!. Das iſt eine große Stadt.“
„Sind wir in Paris?2“
„O nein, aber wir nähern uns allmälig!... O, hier gibt es ſchöne Häuſer und große Kamine. Vor⸗ wärts, mein Bruder, hier müſſen wir unſer erſtes Geld verdienen, mach' nur den Faullenzer nicht.“
Peter rollt die Augen umher mit einer Miene, die mir andeutet, daß er keine große Luſt hat, mir zu ge⸗ horchen, und während ich beim Eintritt in die Stadt vor Freuden in die Höhe ſpringe und aus Leibes⸗ kräften ſchreie:„Schornſteinfeger! braucht man Schornſteinfeger!“ ſehe ich, daß mein Bruder die Zunge herausſtreckt und gegen die Leute, die an ihr Fenſter treten, Geſichter ſchneidet.
„Peter, willſt Du aufhören!“
„Wos denn, ich thue ja Nichts.“
„Ich ſehe wohl, daß Du die Leute ausſpotteſt und Fratzen ſchneideſt; es iſt ſchon gut, man wird uns weder Herberge noch zu Nacht zu eſſen geben, und uns als Taugenichtſe zur Stadt hinausjagen.“


