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Kamin zu fegen? Wollt Ihr aufmachen, dann ſingen wir Euch um ein Stückchen Brod und Käſe ein Lied⸗ chen und tanzen dazu.“
„Ha, die kleinen Schelmen, die ungezogenen Jun⸗ gen, welche Leute unſerer Art aufwecken, um ihnen Etwas vorzutanzen! Wenn ich euch morgen erwiſche, will ich euch tanzen laſſen! Ich euch Käſe geben? Ha, die Schlingel! Geſchwind, packt euch fort, daß ich Nichts mehr von euch höre. Während der Nacht zu kommen, um bveim Herrn Schultheißen den Kamin zu fegen!“
Die Alte wirft, Drohungen gegen uns ausſtoßend, das Fenſter zu. Ich kehre traurig zu meinem Bru⸗ der zurück.
„Andreas,“ ſagt er zu mir,„dieſe Leute ſind recht böſe, ſie wollen uns nicht aufmachen. Warum aber nicht? Wenn man Nachts an unſerer Hütte klopfte, machte unſer Vater immer auf; er theilte ſogar ſein Nachteſſen mit, ohne daß man ihm den Kamin fegte oder ihm Etwas dafür ſang. Warum ſind denn dieſe Leute nicht wie unſer Vater?“
„Ach Gott! ich weiß es nicht.“
„Sind ſie in Paris auch ſo?“
„O nein, in Paris hat man die kleinen Schorn⸗ ſteinfeger gern, weil ſie dort viele Kamine zu fegen haben.“
Während ich mit meinem Bruder rede, ſehe ich neben einem kleinen Häuschen von armſeligem Aeu⸗ ßern eine Art Stall, worin mehre Bündel Stroh und Gartengeräthe liegen. Der Schoppen iſt nicht


