Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Mutter ſitzt immer noch am Bett und ich vermuthe, daß ſie eingeſchlafen iſt. Meine Brüder ſchlummern ſchon lange friedlich. Ich bleibe alſo allein mit dem Herrn Grafen und ſeinem Diener wach und es macht mir Spaß, ihrer Unterredung zuzuhören, während ich ſie bequem durch ein Loch unſeres Vorhangs be⸗ trachte.

„Weißt Du, Champagne, daß ich einen vorzüg⸗ lichen Einfall gehabt habe und entzückt bin, einen ſo entſcheidenden Entſchluß ausgeführt zu haben?“

„Gewiß, Hert Graf; von welchem Entſchluß wollen Sie ſprechen?“

„Ei, potz Kuckuk, von dem Einfall, meine Toch⸗ ter zu entführen und ſie mit nach Paris zu nehmen. Wie wird die Frau Gräfin ſtaunen, wenn ſie morgen frühe bei ihrem Erwachen ihre theure Adolphine nicht mehr findet.“

„Das Erſtaunen wird für die gnädige Frau nicht angenehm ſein: ſie betet ihre Tochter an.“*

„Ja, Champagne, aber ich will ſie zwingen, mich auch anzubeten, denn ich bin endlich voch ihr Mann.“

„Kein Zweifel hierüber, Herr Graf.“

„Es hat freilich nicht wenig Mühe gekoſtet, es zu werden: Fräulein von Blemont wollte ſich gar nicht verheirathen. O, ſie hat den wunderlichſten Charak⸗ ter, aber Geiſt, Geiſt bis in die. Fingerſpitzen.“

„Sie wollte Sie nicht, Herr Graf?“„

„Das habe ich nicht geſagt; ſie wollte überhaupt nicht heirathen. Es war rein die Caprice eines jungen Mädchens, romanhafte, melancholiſche Ideen.“