dieſes an Wohlſtand und die Bequemlichkeiten des Lebens gewöhnte Kind in unſerer Hütte machen? Und doch würde man es recht lieb haben, vielleicht ger⸗ ner als dieſer Herr, der ſcch für ſeinen Vater ausgibt.“
In dieſem Angenblick machte das kleine Mädchen eine leichte Bewegung, weil Jakob mit ſeiner Hand den Pelz berührt hatte, mit dem ihr Häubchen gar⸗ nirt warz ſie kehrte ſich um, ihr Pelzmäntelchen ging auseinander und wir ſahen ein Medaillon an einer goldenen Kette an ihrem Halſe hängen.
„O, was für ein ſchönes Spielzeug!“ ruft Jakob aus, und wir beugen Alle den Kopf vor, um das Geſchmeide näher zu betrachten.
„Das iſt das Bildniß eines Frauenzimmers!“ ſagt meine Mutter.„Welch' hübſche Züge! welch' ſchöne Augen!.. das muß die Mutter dieſes kleinen Mädchens ſein; ja, ich wette darauf, ſie ſicht ibr ſchon ähnlich. Wie konnte aber der Mann, der nur ein Auge hat, der eines ſo ſchönen Frauen⸗ zimmers werden?... Jörgel hat recht: in der gro⸗ ßen Welt ſieht man erſaunliche Dinge, die den rei⸗ chen Leuten ganz einfach vorkommen. Vorwärts, meine Kinder, ihr müßt in's Bett; ihr könntet die Kleine aufwecken, dann würde euch dieſer Herr zan⸗ ken, denn er benimmt ſich nicht, wie wenn mein Mann ihm und ſeiner Lochter das Leben gerettet hätte; er hat ſich nicht einmal bei eurem Vater bedankt. Ach, wenn Jörgel das für einen armen Savoparden gethan hätte. doch, wollte man nur gegen dankbare Leute gefällig ſein, ſo würde nicht viel Gutes geſchehen.“


