25 Der Herr Graf rückt noch näher zum Ofen und ſcheint ſich weder um ſeine Tochter noch um uns mehr zu bekümmern. Nach einer Weile deutete uns ein langer Ton an, daß unſer Gaſt, wie ſein Ahn⸗ vater nach der Einnahme von Jeruſalem, ſchnarchte.
„Ihr müßt euch ſchlafen legen, meine Kinder,“ ſagt unſere Mutter zu uns.„Euer Anblick ſcheint dieſem Herrn, der ohne Zweifel keine Freude an den Kindern hat, nicht angenehmz ſeit er da iſt, hat er noch nicht ein einziges Mal nach ſeiner Tochter ge⸗ ſehen. Ein ſolches Kleinod zu beſitzen und es nicht anzubeten... ach! das begreife ich nicht. Die vor⸗ nehmen Leute müſſen den Kopf recht voll haben, daß ſie ihre Kinder ſo vergeſſen können.“
„Ach, Mutter, laß uns das kleine Mädchen noch einmal ſehen,“ ſagte ich, an's Bett gehend. Peter that ein Gleiches, und unſere Mutter nahm den klei⸗ nen Jakob auf den Arm, damit er ſie auch recht be⸗ trachten könne.
„Welche ſchöne Haube! welche ſchöne Kleider!“ ruft Peter aus.
„Wie ſanft ſie ſchläft,“ ſagte ich.„Ach! wenn ſie nur die Augen aufſchlüge; ich möchte ſie ſo gern ſprechen hören, Mutter.“
„Hat ſie denn ſchon zu Nacht gegeſſen?“fragi Jakob.
„Wahrſcheinlich, mein Kind; die reichen Leute haben alles Mögliche in ihren Gefährten.“
„Bleibt ſie bei uns?“ fragt Peter.
„Nein, meine Lieben, ſie reist morgen mit Tages⸗ anbruch mit ihrem Vater wieder ab. Was würde Paul de Kock. LXXRII. 3


