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„Iſt das ein kleines Schweſterchen?“ fragte Jakob, während Peter mit der Hand über die breite Gold⸗ borde an des Herrn Kleid ſtrich. Was mich betrifft, ſo war ich unfähig, ein Wort zu ſprechen; ich war dergeſtalt von Bewunderung hingeriſſen, daß ich meine Blicke nicht von der Kleinen abwenden konnte.
Aber während wir das Kind betrachteten, hatte der andere Herr ſeinen Mantel abgelegt und ſich dem Ofen genähert. Ohne Zweifel durch unſere Ausru⸗ fungen gelangweilt, machte er denſelben ein Ende, indem er ſeinem Begleiter zuherrſchte:
„Nun, Champagne, wollen Sie das Kind eine Stunde ſo hinhalten? Legen Sie es auf ein Bett, wenn es hier eines gibt, und ſehen Sie dann nach unſerm Poſtillon.“
Herr Champagne beeilt ſich, dem Befehl ſeines Herrn gehorſam, Folge zu leiſten; er folgt meiner Mut⸗ ter, die ihn zu ihrem in dem Hintergrunde der Stube ſtehenden Bette führt. Meine und meiner Brüder Schlafſtelle befand ſich am entgegengeſetzten Ende des Gemaches hinter einem Vorhang von grüner Lein⸗ wand, der an einer langen eiſernen Stange hing. Die Vertiefung, worin unſere Bettſtatt angebracht, beſtand, wenn der Vorhang zugezogen war, aus einem Raum von vier Quadratfußen. Dieß war freilich ein beſcheidenes Plätzchen, aber wir ſchliefen friedlich dort, und obwohl der Wind bisweilen in unſere ſchlecht verwahrte Schlafkammer drang, ſchlichen ſich doch nie Sorgen und Schlafloſigkeit ein: der Arme muß doch auch durch Etwas entſchädigt werden.


