16 war ein kleines Mädchen: ſie ſchien höchſtens vier Jahre alt zu ſein. Aber wie hühſch war ſie! Nie hatten unſere Augen etwas ſo Reizendes geſehen. Ein Ausruf der Bewunderung entfuhr uns Allen bei ihrem Anblick; wir umringten den Mann, deſſen Frack ebenfalls bordirt war wie ſein Hut, um die Kleine näher zu betrachten.
Ein mit Pelz gefüttertes und verbrämtes Mäntel⸗ chen bedeckte ihren kleinen Körper. Auf ihrem lieb⸗ lichen Köpfchen hatte ſie ein ſchwarzes, gleichfalls mit Pelz garnirtes Sammthäubchen, das mit präch⸗
tigen Goldſchnüren und Eicheln unter ihrem Kinn
zuſammengebunden war. Aſchblonde Locken hatten
ſich unter dem Mützchen hervorgeſpielt und beſchat⸗ teten die Stirne des ſchönen Mädchens. Ihr kleiner Mund war halb geöffnet und ein leichtes Roſenroth färbte ihre Wangen. Lange, glänzendſchwarze Wim⸗ per begränzten ihre Augenlider; ſie ſchlief ſo ruhig, als ob ſie auf dem Schvoße ihrer Mutter eingewiegt worden wäre.
Ihre Schönheit, ihr prachtvoller Anzug, ihr ruhiger Schlaf nach der eben ausgeſtandenen Gefahr, Alles trug dazu bei, unſer Staunen zu vermehren. Wir hatten uns Alle Herrn Champagne genähert, ſelbſt Jakob war vom Nachteſſen weggegangen und hatte ſich, mit dem Löffel in der Hand, unter den ſchönen Mantel geſchlichen, in den das ſchlafende Kind gewickelt war. W „O, mein Gott! was für ein hübſches, kleines Mädchen,“ ſagte meine Mutter,„das iſt ein Engel!“


