glücklich geweſen? Nein, gewiß nicht. Unſer Haus und unſere Arbeit genügen uns; wir ſind arm, aber es iſt uns noch Nichts abgegangen und unſere Kin⸗ der gedeihen: ſie werden heranwachſen und ihr Brod ſelbſt verdienen lernen.“
„Ja, aber bis ſie ſo weit ſind! Ach, Maria, ſeit jenem verwünſchten Fall, wo ich den dicken Englän⸗ der, der mir nicht einmal beim Auffſtehen half, auf den Gletſcher führte, fühle ich meine Kräfte abneh⸗ men, meine Geſundheit ſtellt ſich nicht wieder her. Ach, wenn ich Dich mit den Kindern, wovon das älteſte erſt ſieben Jahr alt iſt, zurücklaſſen müßte, was würde aus euch?“
Bei dieſen Worten ſchloß unſer Vater ſeine bei⸗ den Arme um uns und drückte ung inniger an ſich. Ich war auf ſeinen Schooß hinaufgeklettert, Jakob ſaß auf ſeinen Füßen, und Peter, der neben ihm ſtand, lehnte ſeinen Kopf auf ſeine Schulter. Unſere Mutter war in der Mitte der Stube ſtehen geblie⸗ ben; die letzten Worte ihres Gatten hatten ihr Herz mit Wehmuth erfüllt. Sie wendete ſich ab, um eine Thräne zu verbergen, die über ihre Wangen herab⸗ floß und wir bemühten uns, ohne recht zu verſtehen, wovon es ſich handelte, die Traurigkeit, die wir in den Blicken unſeres Vaters laſen, durch unſere ver⸗ doppelte Zärtlichleit zu verſcheuchen.
„Guter Gott, kann man ſolche Gedanken haben!“ ſagte endlich die treue Marie, einen Seufzer ausſto⸗ ßend, den ſie nicht mehr unterdrücken kann.„Ach, Jörgel, arbeite nicht mehr, ſtrenge Dich nicht mehr


