63
„Das ſoll bedeüten, daß Ihr Sohn einer der Räuber iſt, welche meinen alten Freund Savenay angehalten und um ſechszigtauſend Franken beraubt haben!“
St. Godibert fällt auf einen Stuhl zurück und ſtammelt:„Nein, nein, es iſt nicht möglich!“
„O, es wäre zu gräßlich!“ ſtöhnt die dicke Frau. „Sie irren ſich, mein Herr.. wo ſind die Beweiſe die Beweiſe!“
„Es iſt wohl gedenkbar, daß wir uns täuſchen,“ ſagt der alte Savenay mit bebender Stimme;„nicht möglich, daß der Sohn des Herrn...“
„Stille geſchwiegen, Vater Savenay!“ fährt Herr Candrilloh mit einer Stentorſtimme fort.„Selbſt wenn Sie gewiß wüßten, daß wir einen der Ver⸗ precher gefunden haben, ſo wären Sie der Mann⸗ es zu läugnen, um Schande von einer Familie ab⸗ zuwenden; aber ich bedaure ſehr: zuerſt muß die Wahr⸗ heit ſich Platz machen und Ihr Geld wiedergefunden ſein, dann erſt kann man auf die Bekümmerniſſe an⸗ derer Leute Rückſicht nehmen. Ja, ich beſtehe auf meiner Behauptung, denn ſie gründet ſich nicht nur auf dieſe Waffe da.. eine Menge von Umſtänden iſt mir aufgefallen; ich habe Bemerkungen gemacht, welche mir jetzt als Lichtſtrahlen dienen. Ja, Vater Savenay, der junge Julian war einer Ihrer Räuber, und wollen Sie wiſſen, wer, ich wette darauf, der Andere iſt?“
„Ach, reden Sie, reden Sie, mein Herr!“ ſagte Friedrich.


