48
„Aber wenn er erfährt, daß Sie ſeinen alten Schützling fortgeſchickt haben, glauben Sie denn, das werde ihn freuen?“
„Ich ſage ihm, daß Vater Savenay die Fehltritte unſerer Nichte unterftützte und er wird mein Betra⸗ gen billigen.“
Inzwiſchen hat Herr Candrillon Roſa⸗Maria ſanft auf die Wange geklopft; ſie lächelt ihm traurig zu und möchte ihm gerne die Entlaſſung ſeines alten Freundes mittheilen, aber ſie wagt es nicht; zudem hält ſich ihre Tante ſtets an ihrer Seite, damit ſie ja mit Niemand ſprechen könne.
Auch dem eben eingetretenen Friedrich, deſſen Augen ſie um den Grund ihrer traurigen Miene be⸗ fragen, kann Roſa⸗Maria Nichts anvertrauen: ihre Tante ſteht neben ihr.
Herr Brouillard ſpaziert im Saale auf und ab, geht von Einem zum Andern und fragt halblaut: „Was bereitet ſich denn hier vor? Man hat ein ge⸗ heimnißvolles Ausſehen... ein ernſtes Geſicht... will etwa St. Godibert ſeine Bilanz vorlegen?... Wenn nur wenigſtens ſein Eſſen gut iſt... o ja, wenn ein⸗ mal ein Roturier einen Zug thut⸗.. ei, ei! wir wollen ſehen, ob Franz heute die Maderagläſer voll macht.“
„Wir erwarten nur noch meinen Bruder⸗ den
Schriftſteller, und ſeine Frau,“ ſagte St. Godibert, „Herrn Derneſty, der mit ihnen kommen muß, und meinen Sohn Julian. Aber da ſie ſich ſo verſpäten⸗ ſehe ich nicht ein, warum ich nicht der Geſellſchaft
——


