Teil eines Werkes 
6. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

47

ſich anzukleiden, und kommt zitternd wieder in den Salon herab, denn eine geheime Ahnung ſagt ihr, daß abermals ihre Verheirathung mit Herrn Roquet in Frage ſtehe.

Sobald es fünf Uhr ſchlägt, erſcheint Herr Roquet im höchſten Staat, ganz ſchwarz, mit grüner Brille, die ihn ſehr zu geniren ſcheint. Zuerſt verneigt er ſich hochachtungsvoll vor ſeiner zukünftigen Tante, dann geht er auf Roſa⸗Maria zu und erlaubt ſich ihre Hand zu faſſen und zu küſſen, bevor das junge Mädchen ſie zurückziehen konnte.

Bald langen die Ehepaare Doguin und Marmo⸗ din, der Major Krauteberg, Herr und Fräulein Suuff⸗ lat, ſodann der Vetter Brouillard an, der einen neuen Rock, aber alte, allzu kurze Hoſen trägt und Jedermann neugierig anſieht, als wolle er fragen, was bei dem feierlichſt angekündigten Diner vor ſich gehen ſoll.

Bald tritt auch Herr Candrillon ein: der Einzige, der nicht in Schwarz gekleidet iſt, was die Nerven Angelika's reizt, welche zu ihrem Manne ſagt:„Wa⸗ rum denn eine Einladung an dieſen Candrillon, der Ihretwegen nicht einmal Toilette macht?“

„Liebe Freundin,“ antwortet St. Godibert,„ich habe Ihnen bereits erklärt, daß man das Recht hat,

ſchmutzig zu ſein, wenn man Millionär iſt. Zudem

habe ich eben ein ſchönes Geſchäft mit Herrn Can⸗ drillon gemacht, der ein Kauffartheiſchiff auf die

Inſel Bourbon zu ſchicken im Begriffe iſt; mir lag

viel an ſeiner Anweſenheit bei dieſem Diner.“