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„Gefangen!“ ſeufzt Roſa, auf einen Stuhl ſin⸗ kend,„gefangen, und ſo wollen ſie mein Glück ma⸗ chen!.. O, mein guter Vater, das wirſt Du nicht billigen und nie wirſt Du mit ſolchen Mitteln Deine Tochter verheirathen wollen.“
Nach Verlauf einer Stunde hört Roſa⸗Maria ihren Namen leiſe durch die Thüre rufen; ſie erkennt Franzens Stimme und fragt:„Was wollen Sie von mir, Franz?“
„Frölein, ich weiß, daß man Sie hier eingeſchloſ⸗ ſen hat; ich finde das ſchändlich und wenn Sie wollen, ſo nehme ich eine Axt und zerſchlage das Schloß, damit Sie frei werden.“
„Danke, Franz, danke; aber thun Sie es nicht. An dem Eingeſchloſſenſein liegt mir Nichts ich dachte nicht an's Hinausgehen; aber meinetwillen ſollen Sie ſich nicht ſchlecht mit Ihrer Herrſchaft ſtellen: man würde auch Sie fortſchicken.“
„O, darum ſcheere ich mich keinen Pfifferling, Frölein, und wenn Sie wollten...“
„Nein, Franz, ich wiederhole, daß es mir einer⸗ lei iſt.“
„Nun, Frölein, wie Sie wollen, aber ich ſtehe immer zu Ihren Dienſten.“
Franz entfernt ſich und Roſa ſucht in dem Schlafe Vergeſſenheit ihres Kummers.
Mehrere Tage ſind auf die nämliche Weiſe ver⸗ ſtrichen. Roſa⸗Maria, welche von ihrer Tante zu übertriebener Arbeit angeſpannt wird, muß oft Lein⸗
Paul de Kock. LXRIX. 4


