Teil eines Werkes 
6. Th. (1845)
Entstehung
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zweiflung ganz übergeben, wenn ihr nicht der Ge⸗ danke, daß Leopold ſich ihrer annehmen werde, Hoff⸗ nung und Müth einflößte.

Zur Stunde des Mittageſſens beruft man die junge Nichte und ſie hat das Vergnügen, neben Ro⸗ quet zu ſitzen, der mit einem Auge beſtändig auf ihr und mit dem andern auf ſeinem Teller herumirrt und Roſa⸗Maria eine Menge Complimente zuwen⸗ det, worauf ſie Nichts antwortet. Aber Herr Roquet ſcheint das für Beſcheidenheit zu nehmen und iſt dem⸗ nach ſichtbar befriedigt.

Der Abend verſtreicht, während deſſen Roſa ſtets Herrn Roquet anhören muß, obgleich ſie ihm nur vurch ſchwere Seufzer antwortet. Der Brillenfant aber flüſtert nichts deſto weniger der Madame St. Godibert zu:„Ich glaube, das Gefühl ſtellt ſich ein ſie läßt ſchon Seufzerlein neben mir fahren; nicht wahr, das iſt ein gutes Zeichen?

„Seien Sie ruhig,“ antwortet Angelika,„ſie wird noch viel andere fahren laſſen, wenn Sie einmal Ihr Mann ſind.“

Mit größter Ungeduld erwartete Roſa⸗Maria den Augenblick, wo ſie in ihr Zimmer hinaufgehen durfte. Dieſer kommt endlich; aber kaum iſt ſie hineingegan⸗ gen, als ſie ihr Zimmer von Außen doppelt verſchlie⸗ ßen hört.

Was ſoll das bedeuten?“ ruft Roſa.

„Das bedeutet,“ erwiedert Mamſell Fifine von Außen,„daß Ihre Frau Tante es befohlen hat, um Ihnen die Luſt zu Morgenſpaziergängen zu benehmen.“