Schmerz, ſolche Vorwürfe hören zu müſſen; ſie will antworten, aber ihr Oheim ruft aus:„Schweigen Sie, das Läugnen hilft Nichts: wir wiſſen Alles... Fifine iſt zu gewandt, als daß ihr Etwas entgehen könnte.“
„Ja,“ fährt Madame St. Godibert fort,„vorher ſchon hatte man uns geſagt, daß Sie einem Maler als Modell dienten; Fifine hat Herrn Derneſiy leiſe ſagen hören: Sie ſeien ſchöner als Ihr Porträt, das er bei dem Maler geſehen habe, aber wir wollten das nicht glauben; ſo viel Verkehrtheit in einem ſie⸗ benzehnjährigen Einband konnten wir nicht voraus⸗ ſetzen.“
„Ach, Madame..
„Schweigen Sie! Jetzt wiſſen wir, daß ein jun⸗ ger Mann ohne Unterlaß vor dem Hauſe herum⸗ ſtreicht, um Sie zu Geſicht zu bekommen... und der alte Savenay, ein ſchon ſchneeweißer Greis, biete die Hand zu ſolchen Intriguen!... Es iſt unbegreif⸗
„Mich hat das weniger in Erſtaunen? geſetzt,“ fällt Herr St. Godibert ein,„da ich ihn mehrmals auf dem Bureau ſingen hörte:„Zon, zon! Baß und Flöte! Zon, zon, Violon!“ Was kann man von einem Manne erwarten, der in einem ſolchen Alter noch „Zon, zon! ſingt? Aber, Gott ſei Dank! er wird nicht mehr in meinem Hauſe ſingen.“
„Wie, mein Herr, Sie hätten dieſen ehrenwerthen Mann entlaſſen?“ ſagte Roſa⸗Maria zu ihrem Oheim, indem ſie flehend die Hände faltete.


