41 „O, lieber Freund, Herr Leopold unterhält ſich gewiß recht gerne mit Ihnen.“
„Ja, das will ich glauben,“ antwortet der Greis lächelnd;„o, ich weiß wohl, daß er ſich nur wegen meiner Unterhaltung alle Tage hier einſtellt. Jetzt aber, da Sie ruhiger ſind, gehe ich in mein Bu⸗ reau hinab. Auf, Muth gefaßt und die Thränen getrocknet!“
Vater Savenay entfernt ſich. Roſa⸗Maria glaubt Mamſell Fifine's Thüre ſachte aufgehen und Jemand vorſichtig dem Greiſe nachgehen zu hören; aber ſie bekümmert ſich wenig um dieſen Umſtand, denn ſie iſt ſo ſelig in dem Bewußtſein, daß Leopold ſie nicht vergißt und mag an nichts Anderes denken.
Roſa⸗Maria geht um die gewohnte Stunde in die Gemächer ihrer Tante hinab; ſie findet die ſtark⸗ leibige Angelika in Geſellſchaft ihres Mannes.
Das Geſpräch ſcheint ſehr belebt und Mamſell Fifine, welche bei ihnen geweſen, kommt eben heraus und murmelt mit triumphirender Miene:„Ha, dieſe Heuchlerin! ich wußte wohl, daß ſie nicht beſſer iſt als Andere.“
„Vorgetreten, Mademviſelle!“ ſagt Madame St. Godibert, grimmige Blicke auf Roſa⸗Maria werfend. „Ei, ei! wir wiſſen jetzt, warum Sie die Hand die⸗ ſes liebenswürdigen Herrn Roquet ausſchlagen! Das iſt ein ſauberes Betragen, Mademviſelle. in Ihrem Alter Liebesintriguen zu haben... pfui! Sie ſollten darüber erröthen.“
Die arme Kleine erröthet in der That, aber aus


