und geht auf das junge Mädchen los, als wollte ſie es ſchlagen, indem ſie ſchreit:„Schweigen Sie, Gans! Sie werden Herrn Roquet heirathen. Wir dulden es nicht, daß unſere Nichte die Gelegenheit, reich zu werden, verſtreichen läßt, um ſpäter uns zur Laſt zu fallen. man kennt das.“
„Zudem, Mademviſelle,“ fügt Herr St. Godibert bei,„wird Ihr Vater über dieſe Heirath entzückt ſein: ich ſchreibe ihm auf der Stelle und gewiß wird er Ihnen Gehorſam gegen uns empfehlen.“
„Mein Vater liebt mich zu ſehr, als daß er mich zu einer Heirath wider meinen Willen zwänge.“
„Das wollen wir ſehen. Hieronymus müßte nur blödſinnig geworden ſein, wenn er Ihnen nicht be⸗ föhle, Herrn Roquet die Hand zu geben.“
Roſa⸗Maria wagt keinen Widerſpruch mehr; ſie weint vloß, was ihre Verwandten wenig zu rühren ſcheint.
Am andern Morgen ſteht das junge Mädchen ſchon in der Dämmerung auf: ſie iſt entſchloſſen, dieß Mal hinab zu gehen, um Vater Savenay ihren Kummer zu erzählen; denn ſie hofft, er werde die Sache Leopold mittheilen können und dieſer ein Mittel finden, ſie dem drohenden Unglück zu ent⸗ reißen.
Aber gegen ſieben Uhr klopft es zwei Mal an ihre Thüre und ſie erkennt zugleich die Stimme des Greiſen, der ſie fragt, ob ſie aufgeſtanden iſt; ſie
öffnet raſch, ſtößt einen Freudenruf aus und wirft ſich in die Arme ihres Beſchützers.


