Teil eines Werkes 
6. Th. (1845)
Entstehung
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Zweites Kapitel. Der Finger Gottes.

War es für Roſa⸗Maria, nachdem ſie Leopolds Billet empfangen, worin er ſie ſeiner fortwährenden Liebe verſicherte, nicht höchſt grauſam, einen Ro⸗ quet heirathen zu ſollen? Wegen dieſes ſo ſchnellen Uebergangs von der Freude zum Schmerz fonnte ſie die ganze Nacht kein Auge ſchließen. Sie ſteht ſehr frühe auf, um mit ihrem alten Freunde ſprechen zu könnenz ſie öffnet die Thüre halb, ſie horcht, ſie ſpe⸗ kulirt oben an der Treppe, aber der Vater Savenay erſcheint nicht. Dagegen öffnet Mamſell Fifine ihre Thüre faſt zu gleicher Zeit mit dem jungen Mädchen, deſſen Handlungen ſie alle zu erſpioniren ſcheint, und Roſa⸗Maria muß, ohne ihren alten Freund geſehen zu haben, in ihr Zimmer znrückkehren.

Der Tag verfließt ſehr traurig für die arme Kleine, welche nur Tante und Oheim ſieht und von ihnen jeden Augenblick das Geſchwätz hören muß: „Wie glücklich ſind Sie! Ein mittelloſes Mädchen findet eine Parthie wie Herrn Roquet; das iſt außer⸗ ordentlich, man kann es kaum glauben!“

Schüchtern und traurig ſtottert Roſa:„Aber die⸗ ſer Herr gefällt mir nicht.. ich gehe lieber zu meinem Vater zurück.“

Madame St. Godibert macht ſchreckliche Augen