Teil eines Werkes 
6. Th. (1845)
Entstehung
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Abend ſoz aber ich wette, nach einigem Nachdenken wird ſie ganz gehorſam ſein und ſogar einſehen, daß es ſich um ihr Glück handelt.“

„Sie gießen mir Balſam, mein lieber Herr von St. Godibert; ich verlaſſe mich gänzlich auf Sie.“

„Seien Sie ruhig, Sie werden unſere Nichte hei⸗ rathen.“

Der Reſt des Abends verſtreicht, ohne daß Roquet es wieder wagt, Roſa⸗Maria mit ſeiner Liebe zu behelligen; er begnügt ſich, in ihrer Nähe zu ſitzen und ſie ohne Unterbrechung anzuſehen oder ſeine Brille zurecht zu machen.

Tiefe Traurigkeit, völlige Beftürzung hat das junge Mädchen ergriffen, ſeitdem ſie erfahren, was man mit ihr vor hat. Gern möchte ſie es Friedrich erzählen, aber ihre Tante bewacht und verhindert ſie daran.

Endlich bricht Alles auf. Friedrich ſcheint betroffen über den traurigen Blick, den ihm ſeine Baſe zu⸗ wirft; er möchte ſie gerne um die Urſache fragen, aber man beobachtet ſie auf's Strengſte. Er muß, ohne Etwas zu erfahren, weggehen.

Was Roquet betrifft, ſo gibt ihm, wie er Roſa⸗ Maria gute Nacht ſagen will, Angelika den Rath: „Küſſen Sie ihr die Hand, mein lieber Roquet, Sie haben das Recht dazu: man darf die Hand ſeiner Zukünftigen küſſen.“

„Wie, Madame?“ ſtammelt Roſa beftürzt.

„Wohlan, Herr Roquet, küſſen Sie doch, küſſen Sie geſchwind!“