Teil eines Werkes 
6. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

des Greiſen, der eines ſeiner Lieblingslieder ſummt, erkannt und öffnet ſehr ſchnell.

Ach, wie lange iſt es, daß Sie nicht gekommen ſind! ruft Roſa⸗Maria aus, als ſie ihren alten Freund wieder ſieht.

Wahr, mein liebes Kind, aber nicht mein Feh⸗ ler! Herr St. Godibert hat ſeine andern Commis ausgezankt, daß ſie ſich ſo ſpät auf dem Bureau ein⸗ finden: da wagte ich keinen Spaziergang mehr. Heute bin ich noch früher da, weil ich Sie durchaus ſehen wollte, denn ich habe Ihnen Vieles zu ſagen.

Mir, lieber Freund?

Ja, wahrhaftig auch bin ich Jemand begeg⸗ net. Jemand, den Sie kennen.Sie wiſſen wohl: jenen jungen Mann von neulich.

Roſa⸗Maria erröthet und erblaßt faſt auf ein Mal, ihr Buſen ſchwillt und hebt ſich in eiligen Schlägen; ſie iſt ſo bewegt, daß ſie kaum zu ſtam⸗ meln vermag:Wie, mein guter Freund, Sie haben Herrn Leopold geſehen?

Ohne Zweifel.

Und er hat mit Ihnen geſprochen?

Sicherlich.

Aber wie ging das zu?.. Er hat Sie alſo wieder erkannt?.. Durch welchen Zufall?.. O⸗ erzählen Sie mir das Alles, ich bitte Sie darum!

Aber, mein Gott, ich hätte es Ihnen ja ſchon er⸗ zählt, wenn Sie mich zum Wort kommenlaſſen wollten.

Ich ſchweige, mein Freund, ich ſchweige, aber dann reden Sie!