den da ſein, wie viele gute Sachen wird man auf⸗ tiſchen aber es wird auch eine auserleſene Geſell⸗ ſchaft ſein; nicht Jedermann wird dazu dürfen.“ Roſa⸗Maria iſt jedoch gegen alle dieſe Redens⸗ arten gleichgültig. Ihre Tante hat ihr ſchon bedeutet, daß ſie ſogleich nach dem Mittageſſen in ihr Zimmer
hinaufgehen müſſe, und weit entfernt, niedergeſchla⸗
gen darob zu ſein, hat das junge Mädchen dieſen Befehl mit Freude vernommen. Sie bedauert es keines⸗ wegs, daß ſie mit all' den erwarteten Gäſten nicht zuſammentrifft; ſie denkt, mitten unter dieſer ſchönen Geſellſchaft müßte ſie ſehr verlegen ſein, und zudem freut es ſie mehr, in der Einſamkeit ungeſtört an Leopold denken zu können, an deſſen Wiederbegeg⸗ nung ihre ganze Hoffnung hängt; denn ſie kann ſich nicht denken, daß er ſtets ſtumm an ihr vorüber⸗ gehen werde.
Uum neun Uhr Abends find die Säle erleuchtet, das hausherrliche Paar im höchſten Staat und die Do⸗ meſtiken auf ihrem Poſten. Bald langt die Geſell⸗ ſchaft an. Sie beſteht faſt ganz aus unſern alten Bekannten vom früheren Diner und einigen neuen Geſichtern.
Herr Soufflat mit ſeiner Tochter, deren Ruſe unglücklicher Weiſe nicht abgenommen hat, befindet ſich hier; Frau Doguin mit ihrem Gemahl, deſſen Füße fortwährend daſſelbe Leiden haben; das ſchel⸗ miſche Fränzchen kommt mit ihrem Manne, der an Nichts denkt, als was die Römer trugen; der Major Krauteberg gibt ſich mit jener Gutmüthigkeit, welche


