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Aber Tage, Wochen vergingen und Hieronymus erhielt keine Nachricht von Paris, keinen Brief von Roſa⸗Maria. Er beruhigte ſich damit:„Wenn ſie die Oheime nicht gut aufgenommen hätten, ſo wäre ſie zu mir zurückgekehrt.“
Das längere Stillſchweigen ſeiner Tochter jedoch verſetzte ihn allmälig in Erſtaunen und Beſorgniß. Um dieſe Zeit hätte Hieronymus den Brief ſeiner Tochter, welchen ſie ihm nach ihrer Wiederherſtellung ſchrieb und worin ſie ihm ihre Adreſſe bei Vater Savenah angab, empfangen haben ſollen. Dem war aber nicht ſo und zwar aus folgendem Grund: Man wird ſich erinnern, daß Deſid. Glureau, der Stra⸗ ßenkehrungsinſpector, ſich in dem Augenblick bei Sa⸗ venay befunden hatte, wo Roſa⸗Maria den Brief an ihren Vater ſchloß; ſie hatte ihm denſelben anver⸗ traut und auf die Poſt zu geben erſucht und er haite die Commiſſion mit Vergnügen augengmnsm mit den Worten:„Nichts Leichteres! In Paris gibt es in jeder Ecke eine kleine Poſt.“
Aber die leichteſten Sachen ſind oft gerade die⸗ jenigen, womit es Einem ſchief geht, weil man die nöthige Vorſorge dabei vernachläßigt.
Als Glureau aus der Wohnung des Vaters Sa⸗ venay ging, war ihm ſein junger Freund, Herr Fe⸗ roce, begegnet. Dieſer, welcher Abends zuvor ein Profitchen mit Contremarken an einem Theater ge⸗ macht hatte, war ihm mit dem Antrag entgegenge⸗ kommen, daß er ein paar Stiefel Wein aufwichſen wolle. Glureau war ein braver Kerl, aber einem


