Teil eines Werkes 
5. Th. (1845)
Entstehung
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„Ohnehin ſchläft um dieſe Stunde die Herrſchaft noch wie Maulwürfe mit Renten. Ich weiß gewiß, daß Fräulein Roſa⸗Maria ſchon frühe wach und auf⸗ geſtanden iſt. Kommen Sie, Alter, Niemand wird von dem Beſuch Etwas erfahren.“

Der Vater Savenay folgt Franz. Bald kommen ſie an die Thüre des Zimmers, wo Roſa⸗Maria ſchläft. Der Greis klopft ſachte an.

„Wer iſt da?“ fragt das junge Mädchen.

„Ich, mein Kind, Ihr alter Freund: der Vater Savenay.“

Ein Freudenſchrei ertönt und die Thüre geht als⸗ bald auf. Der Greis tritt bei Roſa⸗Maria ein und Franz tanzt in ſeine Kammer zurück, indem er ſagt: „Hei da! Niemand ſieht und hört Etwas. Die Fi⸗ fine iſt überliſtet, die ſich die Ohren abſchneiden würde, wenn ſie erführe, daß ein Anderer mehr weiß, was im Hauſe vorgeht, als ſie.“

Roſa⸗Maria fühlt beim Anblick ihres alten Freun⸗ des eine lebhafte Freude, dieſer aber kann eine trau⸗ rige Empfindung nicht zurückhalten, wie er bemerkt, daß das junge Mädchen bereits einen Theil ihrer Farbe und den Glanz der Geſundheit auf ihrem Ge⸗ ſichte, den ſie hieher mitgebracht, verloren hat. Er drückt ihre Hände und bittet ſie, ihm zu ſagen, wie es ihr bei ihren Verwandten geht, was ſie bekümmert.

Roſa⸗Maria vertraut dem guten Greiſe die Be⸗ handlung, die ihr widerfährt, die unerquickliche An⸗ wendung ihrer Zeit, und verbirgt ihm die Qual ihrer neuen Exiſtenz nicht. 2

Paul de Kock. LXXvM. 4