Teil eines Werkes 
5. Th. (1845)
Entstehung
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Dieſe Sinnesänderung der Madame St. Godi⸗ bert, welche anfänglich ihre Nichte gar nicht anneh⸗ men wollte und jetzt ſich ihrem Beſuch im väterli⸗ chen Hauſe widerſetzt, erklärt ſich dadurch, daß Roſa⸗ Maria ſehr geſchickt und mit vielem Geſchmack ar⸗ beitete, daß ihre Tante eingeſehen hat, das junge Mädchen erſetze ihr die Stelle von zwei guten Ar⸗ beiterinnen und daß ſie folglich, ſtatt läſtig zu fallen, Erſparniſſe in der Haushaltung bewirke. Herr St. Godibert haätte gleichfalls bemerkt, wie wenig ſeine Nichte eſſe; man wußte von Mamſell Fifine, daß ſie einen Koffer von Effekten mitgebracht hatte und brauchte alſo auf längere Zeit keinen Einkauf für ſie zu machen. Da ſomit das junge Mädchen faſt Nichts koſtete und mit ihrem Fleiß viel eintrug, ſo gedachten ihre reichen Verwandten, denen das Raub⸗ ſyſtem faſt aller Emporkömmlinge anklebte, ſie ſo lange als möglich in ihrem Hauſe zu behalten.

Juſt auf dieſe Weiſe betreiben dermalen viele Leute Wohlthätigkeit und Edelmuth.

Indeß Roſa⸗Maria ſo traurige Tage im erſten Stock zubrachte, hatte im Parterre die Anweſenheit des neuen Schreibers im Gegentheil viel Heiterkeit eingeführt. Immer zufrieden mit ſeinem Looſe, ge⸗ wohnt, mit ſeinem geringen Verdienſte auszureichen, war Vater Savenah ſchnell mit ſeinen Obliegenhei⸗ ten auf's Laufende gekommen. Mußte er mehrere Male des Tags ausgehen, ſo nahm er vergnügt ſei⸗ nen breitkrämpigen Hut und begab ſich ohne Murren auf den Marſch;z noch behende und gelenkig wie ein