Teil eines Werkes 
5. Th. (1845)
Entstehung
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welche ausruft:Ei, wie kummervoll er ausſfieht! Es ſcheint, er war nicht zur Tante auf Beſuch ge⸗ kommen; aber was haben denn dieſe Herren alle mit dem kleinen Dorfmädchen? Sie hat nicht mehr Hüften als meine Fauſt! Gott, was doch die Männer geſchmacklos ſind!

Friedrich iſt nicht der Eingige, auf welchen Roſa⸗ Maria's Reize Eindruck gemacht: der junge Julian, der ſehr häufig auswärts ſpeiste, bevor ſeine Cou⸗ ſine zu ſeinen Eltern gezogen war, ſtellt ſich jetzt ſehr pünktlich zur Stunde der Mahlzeit ein. Er ſpricht wenig mit Roſa⸗Maria, weil man ihn nie⸗ mals allein mit ihr läßt; aber er bezeugt ihr tau⸗ ſend Zuvorkommenheiten, tauſend Aufmerkſamkeiten, und heftet, wenn ſeine Eltern es nicht bemerken kön⸗ nen, weit weniger ſchüchterne Blicke auf ſie.

Aber Roſa⸗Maria, obwohl nicht unerkenntlich ge⸗ gen die Artigkeiten Julians, hegt für ihn nicht jene Sympathie, nicht jene Freundſchaft, welche ſie auf der Stelle für Friedrich gefühlt; im Gegentheil ſcheint ſie, wenn Julian in ihrer Nähe iſt, eine Art geheimer Abſtoßung, Angſt, Schrecken zu empfinden, wovon ſie ſich keine Rechenſchaft geben kann. Vierzehn Tage ſind ſeit Roſa⸗Maria's Eintritt

in ihres Oheims Haus verfloſſen und die Zeit iſt

ihr ſehr lang geworden. Da ſie alle Tage in dem Cabinet neben Madame St. Godiberts Boudoir mit Arbeiten zubringt und nach dem Eſſen wieder ſo lange dahin zurückkehrt, bis man ihr geſtattet, in ihre Schlafkammer zu gehen, ſo ſieht das arme Kind