Teil eines Werkes 
5. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

Jetzt wundert es mich nicht mehr, daß Du ſie bei Leopold Bercourt ſo feurig vertheidigteſt.

Du begreifſt auch, daß ich mich dieſen Morgen zu guter Stunde in die Wohnung des wackern Alten begab, deſſen Adreſſe ich behalten hatte.

So, Du biſt in ſeinem Haus geweſen?

Zuerſt ſprach ich ihn allein; er wußte nicht, daß ich der Vetter ſeiner Schutzbefohlenen war. Ich ließ mir genau auseinanderſetzen, wie er ſie kennen ge⸗ lernt, aufgefunden hatte, und ich bekam Beweiſe in die Hände.ja Beweiſe, daß Richard nur ein Elender, ein ſchändlicher Lügner iſt, denn auf der Flucht vor ihm, als ſie allein des Nachts in Paris umhereilte, um ſich vor ſeiner Verfolgung zu retten, wurde die arme Kleine von dem guten Mann auf⸗ gefunden, der mit uns auf der Eiſenbahn gereist iſt und ſie in das Haus des Vaters Savenah führte, welchen ſie ſeither nicht verlaſſen hatte.

Und was haſt Du dann begonnen?

Donnerwetter! das Natürlichſte: ich habe meine Baſe in das Haus ihres Oheims Godibert geführt! Anfangs ſchnitt man einige Geſichter, aber am Ende behielt man ſie. Jetzt wohnt ſie bei dem Paar.. o, Freundchen, ich werde meine Tante Angelika oft beſuchen, denn mein Bäschen iſt ſehr hübſch! Ich verſichere Dich, das Porträt war nicht geſchmei⸗ chelt.

Wirklich? Du ſtachelſt meine Neugierde! Ich will dieſes Meerwunder von Anmuth und auch ſehen.