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ſagt ihre Tante zu ihr:„Sie können in Ihr Zimmer hinaufgehen und ſich zu Bett legen.“
Die arme Kleine ſteht auf, grüßt Tante und On⸗ kel demüthig und verläßt die Gemächer. Am Ein⸗ gang der Treppe findet ſie Franz, der ihr ein Licht anbietet mit den Worten:„Hier, Frölein, wenigſtens ſollen Sie nicht, ohne hell zu ſehen, hinaufgehen; wenn man ein Haus noch nicht kennt, ſo iſt das un⸗ bequem.“
Roſa⸗Maria dankt Franzen mit ſo ſanfter Stimme, daß der Bediente tief ergriffen wird; dann nimmt ſie das Licht und ſteigt in ihr Manſardenzimmer hinauf.
Als ſie ſich endlich allein und von jedem Zwange befreit findet, ſinkt das junge Mädchen auf einen Stuhl; dann weint ſie lange; hierauf kniet fie nieder und betet. Nach dem Wiederaufſtehen fühlt ſie ſich erleichtert und ruft aus:„Mein Gott, du wirſt mir Muth verleihen, das traurige Leben hier zu ertragen. Mein Vater hat mich hiehergeſchickt, in der Hoffnung, daß ich glücklich ſein werde, ich will warten, hoffen ſpäter wird man mir erlau⸗ ben, ihn zu beſuchen, und ich werde ihm meine Lage hier ſchildern; wir wollen dann ſehen, ob er mich fortwährend hier laſſen will. O, es thut mir ſehr leid, daß ich nach Paris gekommen bin!“
Im Herzensgrund des jungen Mädchens lag noch ein anderer Kummer, welchem ſie in dieſem Augen⸗ blick eine Erinnernng weihte.
Paul de Kock. LXRXVII. 3


