Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
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wo Sie wie eine Gräfin, wie eine reiche Gräfin,

denn es gibt auch arme, leben: nun denn, Madame, ſo dünkt mir, daß Sie, ſtatt ſich zu beklagen, ſich ſehr glücklich fühlen ſollten, mich geheirathet zu haben.

Auf dieſen Beweis ließ ſich Nichts antworten. Madame St. Godibert hatte geſchwiegen, aber bei ſich ſelbſt den Schwur gethan, dieſe NRichte, welche ſie unter ihr Dach aufnehmen mußte, wie eine Moh⸗ rin zu behandeln.

Mondigo war bei ſeinem Bruder geblieben, ſo⸗ wohl aus Neugier, ſeine Nichte zu ſehen, als auch um ſpäter einer Vorſtellung auszuweichen.

In ſolchen Gemüthsverfaſſungen befand man ſich im Hauſe des Herrn St. Godibert, als Friedrich, mit ſeiner Baſe an der Hand und von Vater Sa⸗ venay gefoͤlgt, hereintrat.

Es war ſchwer, ein hübſcheres, jungfräuſcheres Geſicht und eine anmuthigere Haltung zu ſehen als die Roſa⸗Maria's, wie ſie ſich in dem reichen Salon ihres Oheims vorſtellte; ihr friſcher, reizender An⸗ zug, der jedoch ſichtlich keinem Stadtfräulein ange⸗ hörte, das mit Bandſchleifen verſchönerte Häubchen, welches gar niedlich und ein wenig rückwärts auf ihrem Kopfe ſaß, ihre hübſchen, auf beiden Seiten der Wange rund und platt geſcheitelten ſchwarzen Haare, ihr kleiner, zierlicher Schuh Alles verei⸗ nigte ſich, um ihrer Perſon einen Reiz, eine Anzie⸗ hungskraft zu verleihen, denen man nicht leicht wi⸗ derſtehen konnte.

Paul de Kock. LXRVII. 9