115 leiten, aber ſie erſtickte nicht gänzlich alle guten Gefühle in ſeinem Herzen. Aus der Abendgeſell⸗ ſchaft ſeines Bruders nach Hauſe zurückgekehrt, war
der Schriftſteller in einiger Erregung im Zimmer
hin und her gegangen, indeß ſeine Frau, höchſt übel gelaunt, weil ſich Herr Derneſth bei St. Godi⸗ berts kaum ein wenig um ſie bekümmert hatte, ſich auskleidete, ohne auf die Gemüthsbewegung ihres Mannes die geringſte Rückſicht zu nehmen.
„Die Sache hat doch eine Seite, die mir ſehr nahe geht,“ ſagte Mondigo, vor ſeiner Frau ſtehen
bleibend,„und es darf dabei nicht ſein Bewenden haben.“ 1 „Nicht wahr, es war recht langweilig, recht ein⸗ ſilbig bei Deinem Bruder?“ ſagte Clementine, ihr Kleid aufſchnürend.. „Liebe Frau, Du haſt wie ich den Greis gehört.“ „Ich weiß nicht, was Herr Derneſty heute Abend hatte! Ich habe ihn nie ſo mißlaunig geſehen.“ „Er hat ſie aufgenommen, ſie iſt in ſeinem Hauſe.“ „Wer iſt in ſeinem Hauſe2“ „Das junge Mädchen.“ „Bei Herrn Derneſty iſt ein junges Mädchen?“ Mondigo ſieht ſeine Frau an und ruft aus: „Wer Teufel redet denn von Herrn Derneſty? Ich rede mit Dir von jenem Greiſen, der heute Abend meinem Bruder ſich vorſtellte.“ „Ei, was geht mich der alte Menſch an!“ „Du haſt alſo nicht gehört, was er zu meinem Bruder geſagt hat?“
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