Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28

auf der erſten Galerie geben können, uns! Er hätte uns doch wenigſtens auf denſelben Rang ſetzen können wie ſich.“

„Offenbar wird er es nicht gekonnt haben.“

„Ich ſage Ihnen, ich, er hat es mit Fleiß gethan: dieſe Schriftſteller ſind voller Eitelkeit.. trotz dem läßt er es ſich recht ſehr bei uns ſchmecken.“

„Du weißt nicht, liebe Frau, daß die Autoren oft weniger Billete erhalten, als ſie haben möchten, ich weiß das von meinem Bruder; ich bin ſehr ge⸗ ſpannt auf das Stück meines Bruders.“

Herr St. Godibert legt einen beſondern Nach⸗ druck auf die beiden letzten Worte, indem er umher⸗ blickt, um die Leute därguf aufmerkſam zu machen, daß er der Bruder des Autors iſt. Seine Frau ſchnei⸗ det ein Geſicht und murmelt vor ſich hin:„Sie ſoll⸗ ten noch beiſetzen:„Ihr Bruder, ein Mann von Geiſt!“ das wäre hübſcher. Aber bei alle dem ſehe ich un⸗ ſern Sohn Julian nicht; wo hat man ihn denn ein⸗ gepfercht? Man wird ihm doch kein Billet auf das Paradies gegeben haben? Nur das fehlte noch.“

„Nein halt. halt, Angelika: unſer Sohn iſt hinter jener ſchönen Brünette auf dem Balkon. ach ja, es iſt Fräulein Soufflat, die mit ihrem Va⸗ ter in der Loge meiner Schwägerin ſitzt; ich will ſogleich hingehen, ſie zu grüßen.“

„Nein, mein Herr, ich verbiete es Ihnen! Es hätte das Anſehen, als ob Sie bei Frau Mondigo den Unterthänigen ſpielten, weil ſie auf der erſten Galerie iſt, und das leide ich nicht.“