wenigſtens um Hundert gebeten worden. Er hat ſeine Gratisliſte für die erſte Vorſtellung gemacht; er hat es verſucht, eine Einrichtung zu treffen, wo⸗ durch Jedermann vefriedigt werden könnte: er hat die beſten Plätze für die Perſonen, die er hochachtet, oder die Freunde, auf welche er beſonders rechnet, vorbehalten. Es iſt ihm ſogar manchmal begegnet, daß er ſeinem Bruder oder ſeinem Neffen ein weiteres Freibillet verweigerte, um eine Perſon, welche in journaliſtiſchen Verzweigungen ſteht⸗ nicht vor den Kopf zu ſtoßen. 2
„Ich muß doch in meine letzte Probe gehen!“ ruft Mondigo, nachdem er zum zwanzigſten Mal ſeine Billete gezählt hat.„Clementine, ſieh hier die Billete, welche ich verſprochen: ich habe auf jedes den Namen der Perſon geſchrieben, für die es beſtimmt iſt; verwechsle doch ja keines mit dem andern, theure Freundin.“ 3
„Ich hoffe, daß ich eine Loge für mich habe,“ ſagte die ſchöne Blondine, ohne ein Auge von dem Spiegel zu verwenden.
„Ja, ja, ganz gewiß.“
„Der Bühne gegenüber.“
„Ja, Madame, der Bühne gegenüber.“
„Und auf der erſten Galerie.“
„Das verſteht ſich von ſelbſt.“
„Haſt Du Deinem Bruder und ſeiner Frau eine Loge gegeben?“
„Allerdings; geſtern ſchon.“ „Auf der gleichen Galerie wie mir?“


