143
dem Wege der Beſſerung ſieht. Was Bichat anbe⸗ trifft, ſo iſt er bereits im Begriff, der Jungfrau ein Compliment zu ſagen; er hat aber noch keine Zeit gehabt, es zu vollenden, ſo eilt ſchon ſeine Frau herbei und ſchickt ihn unter dem Vorwande, man verlange eine große Kachel, die ſie nicht ſtark genug ſei, her⸗ zugeben, in den Laden hinunter.
Die Kräfte der Kranken kehren langſam zurück. Zwei weitere Tage vergehen, ehe ſie die Feder hal⸗ ten kann. Endlich, ſobald ſie im Stande iſt, zu ſchreiben, berichtet ſie ihrem Vater einen Theil ihrer Erlebniſſe in Paris, erzählt ihm am Schluſſe, wie viel Güte man für ſie in dem Hauſe gehabt, wo man ſie aufgenommen habe, und bezeichnet ihm ge⸗ nau die Wohnung des guten Greiſen, bei welchem ſie logirt und Nachrichten von Hauſe abwartet.
Roſa⸗Maria bezweifelt nicht, daß ſich ihr Vater nach Empfang ihres Briefes nach Paris aufmachen werde. Deſiderius Glureau iſt im Augenblick, wo das junge Mädchen ihren Brief ſchließt, gekommen, ſich nach dem Befinden derſelben zu erkundigen. Roſa übergibt dem Manne, der ſich ihrer ſchützend angenommen, das Schreiben und fragt ihn:„Wol⸗ len Sie die Güte haben und dieſes auf die Poſt tragen? es iſt an meinen Vater und es liegt mir viel daran, daß er es bald erhält.“
„Seien Sie ganz ruhig, Mamſelle,“ antwortet Glureau,„es iſt in Paris Nichts leichter als einen Brief auf die Poſt zu geben: es ſind faſt an allen
Straßenecken Brieftäſten, es wird in einem Augen⸗


