Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

138

Einſt wirſt Du alt, o meine ſchöne Herrin,

Einſt wirſt Du alt und ich bin dann nicht mehr.

Denn ſeit man für das Leben der Jungfrau zu zittern aufgehört, hatte Vater Savenay beim Nacht⸗ wachen wieder zu ſingen angefangen, und da es ge⸗ rade Morgens früh um ein Uhr war, ſo ſaß der brave Mann allein in dem großen ſtrohernen Lehn⸗ ſtuhl bei der Kranken und hatte ſein Lieblingsbuch in der Hand.

Die Stimme des Greiſen war ſo ſanft, ſo klar, vaß Roſa wartet, bis er ſertig iſt, ehe ſie einige Worte ſtammelt. Sobald ſie der gute Savenay ſpre⸗ chen hört, ſteht er auf und tritt an ihr Bett.

Wo bin ich denn, mein Herr? murmelt Roſa.

Machen Sie ſich keinen Kummer, mein Kind, man ſorgt für Sie!... Wie fühlen Sie ſich aber vor allen Dingen?

Gut, mein Herr; nur iſt me in Kopf ſo ſchwach.

Ich glaube es, nach einer ſo heftigen Krankheit denn Sie waren ſehr übel auf, mein armes Kind. Aber dem Himmel ſei Dank, die Gefahr iſt vorüber, Sie bedürfen jetzt bloß noch der Pflege und Ruhe. Seien Sie ganz unbeſorgt, man läßt Ihnen Nichts abgehen... ein braver Mann hatte Sie zu Bichat, dem Töpfer, geführt, deſſen Laden unten im Hauſe iſt.

Ach ja!. ich glaube mich zu erinnern.

Still!.. ſprechen Sie nicht; das Ehepaar Bi⸗ chat ſind brave Leute, aber ihr Laden iſt ſo klein, daß ſie Sie nicht vei ſich behalten konnten. Da ich im obern Stocke des Hauſes wohne, habe ich ihnen