135
hatte. In Corbeil ſteigt dieſes junge Mädchen in unſern Wagen: ſie ſaß ſehr eng zwiſchen einem jun⸗ gen Mann und einem alten Keucher, der allein den Platz von Vieren einnahm; ich biete ihr meine Ecke an ich hatte nämlich eine Ecke; ſie ſchlägt es aus, dann war es fertig; man ſprach nicht mehr mit einander. Wir kommen an, ich gehe meinen Ge⸗ ſchäften nach und kümmere mich Nichts weiter um dieſe Jugend; aber am folgenden Morgen war ich bei Tagesanbruch auf der Hotel⸗Dieu⸗Brücke in einem Cafe unter freiem Himmel mit Burſchen, wovon der Eine, der Wilde, mich ſchon zwei Mal genöthigt hat, ihm im kleinen Very der Crouſſolſtraße in einer Portiersloge ein Mittageſſen zu bezahlen. Kurz, der⸗ ſelbe entdeckt ein auf einer ſteinernen Bank einge⸗ ſchlafenes Mädchen; wir nähern uns Alle, um ſie zu ſehen, und ich erkenne die Mamſelle von der Eiſen⸗ bahn. Die Schlingel, unter andern der junge Wilde, wollen ſie mit ſich nehmen; aber ich ſehe wohl, daß ſich das arme Kind fürchtet, ich biete ihr meinen Arm an und führe ſie zum Gevatter Bichat: das iſt Alles, was ich weiß.“
„Aber hat ſie unterwegs, während ihr hierher ginget, Nichts mit Ihnen geſprochen?“
„Ach ja! ſie hat mir geſagt:„Es friert mich ſehr!“ und ich habe geantwortet:„Das kommt davon her, weil Sie im drei im Zugwind über Nacht geweſen ſind!“
„Und dann?“
„Hat ſie wieder geſagt: Ich hatte es ſo gut daheim


