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„Mein Kind, ein Sterblicher verſcheidet: So fällt ſein Stern vom Himmel hoch. Mit Freunden, die ihm Luſt bereitet, Trank ſingend dieſer eben noch.“
Dann hält Vater Savenay inne, beugt ſich vor nach der Kranken, zu ſehen, ob ſie Nichts brauche und denkt dann in ſeinem Sinne:„Es gibt Leute, die es vielleicht unpaſſend fänden, daß ich neben einer Kranken Lieder ſinge, aber ich ſehe nichts Unrechtes darin. Ich glaube, daß wenn ich bettlägerig wäre, es mir lieber ſein würde, von einer heitern als von einer traurigen Perſon verpflegt zu werden; denn die Traurigkeit Derer, die uns abwarten, muß uns auf den Gedanken bringen, wir ſeien gefährlich krank, und ſolche Befürchtungen ſind nachtheilig für die Ge⸗ neſung. Wenn indeß dieſe Kleine wirklich in Gefahr wäre, fühle ich wohl, daß ich nicht ſingen könnte; aber dieſes Delirium wird von Fieber verurſacht und das Fieber iſt eine Folge der Ermüdung: durch Ruhe und Pflege wird es ſchon wieder vergehen.“
Damit ſchlägt der gute Mann ſein Buch wieder auf und ſingt wieder mit ſeiner hellen Fiſtelſtimme:
„Schon wiederum ein Stern, der ſchießet, Der ſchießet, ſchießt und untergeht.“
Und nach dieſem Lied ſingt Vater Savenay ein anderes und ſo geht die Nacht herum; denn wenn der Greis zufällig vom Schlafe überwältigt wird und einen Augenblick die Augen ſchließt, ſo macht er ſie bald wieder auf, ſieht nach ſeiner Kranken, liest


